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27.06.2019 07:16:19


Die Kirche Wisen


Kirchengeschichte von Wisen
Kirche Wisen
Die Kirche in Wisen
Vor der Reformation waren die Wisner in Läufelfingen kirchengenössig. Der Stand Basel schloss sich 1529 der neuen Lehre an, Solothurn hielt an der alten fest. Dass zwischen dem reformierten Basel und dem katholischen Solothurn unliebsame Streitigkeiten entstanden, liegt auf der Hand. Die Regierung in Solothurn wies die Leute in Wisen an, nicht mehr nach Läufelfingen, sondern in die Kirche nach Trimbach zu gehen. Dagegen wehrte sich Basel unter Berufung auf seine Hoheitsrechte. Nach mehreren Verhandlungen beschloss 1540 der Rat von Solothurn, dass von nun an Wisen zur Pfarrei Trimbach gehöre. Während 134 Jahren besuchten die Wisner Katholiken den Gottesdienst in Trimbach. 1674 wurde Wisen der vom Chorherrn Gugger gestifteten Pfarrei Ifenthal zugeteilt.

Im Jahre 1765 erbaute man anstelle der zwei Jahre zuvor eingestürzten Kapelle ein neues Gotteshaus, in dem der jeweilige Pfarrer von Ifenthal von Zeit zu Zeit Gottesdienst hielt. Anfangs des 19. Jahrhunderts war aber auch dieses Kirchlein schon wieder baufällig und bot auch zu wenig Raum für die grösser gewordene Gemeinde. Die Gemeindeversammlung fasste daher den Beschluss, am Platze der alten Strassenkreuzung Zeglingen / Trimbach eine neue Kapelle erstellen zu lassen. Zu diesem Anlass wurde eine Kommission von zwölf Mitgliedern bestellt, mit dem Ziel, dass jedes dieser Mitglieder zur Geldsammlung während eines Monats verpflichtet wurde. Weitere Spenden gingen von Stiftungen von Jahrzeiten und Spenden ein.

Im Jahre 1835 kam an der Gemeindeversammlung die Renovation der Kapelle zur Sprache. Die Mehrheit fasste den Beschluss, die Kapelle niederzureissen und neu aufzubauen, wozu das gesammelte Geld von Fr. 19'239.57 verwendet werden sollte. Die Minderheit der Versammlung verlangte aber, dass die alte Kapelle geflickt und besser unterhalten werden sollte. Am 26. Oktober beschloss die versammelte Wisner Gemeinde den Kirchenneubau. Gegen diesen Beschluss sträubten sich sieben Bürger, welche die alte Kapelle nur flicken wollten und erdreisteten sich sogar, zu beantragen, das gesammelte Geld sei unter die Bürger zu verteilen. Sie widersetzten sich später beim Bau der neuen Kirche auch den zu leistenden Frondiensten und fügten sich erst nach angedrohter Gewaltanwendung.

Im Jahre 1837 wandte sich die Gemeinde an die Regierung, um eine Erlaubnis für den Kirchenneubau einzuholen. Gleichzeitig bat man um das notwendige Bauholz aus dem Staatswald. Im Februar wurde die Bewilligung durch die Regierung erteilt und das Bauholz im Mösli bei Hägendorf geschlagen. Die Bautermine wurden eingehalten und bereits Mitte August 1837 waren die Arbeiten beendigt.

Als Kirchenpatronin wurde Jungfrau Maria angenommen und zu deren Gedächtnisfeier alljährlich der Tag Mariä Himmelfahrt (15. August) gewählt. Bald wurden im Dorf Stimmen zur Anschaffung einer zweiten Glocke laut. Die neue Glocke wurde dem heiligen Josef geweiht, die ältere kleinere der Jungfrau Maria. Am Tage nach der Glockenweihe wurde die neue Glocke von zwölf Wisner Bürgern in die rechte Seite des Turmes gehängt. Der Zufall wollte es, dass diese zwölf Männer alle Josef hiessen. Aus Anlass dieses Festes wurde beschlossen, alljährlich als zweites Kirchenfest am 19. März den Josefstag zu feiern.

Am Weihnachtsabend 1867 ereignete sich ein neuer Vorfall. Die kleine Glocke zerbrach.
Sie sollte durch eine grössere ersetzt werden und man beschloss, eine Sammlung durchzuführen. Die Liebesgaben gingen so reichlich ein, dass man nicht nur eine, sondern gleich drei neue Glocken bestellen konnte und gleichzeitig konnten sechs neue Kirchenfenster in Auftrag gegeben werden

1875 beschloss die Gemeindeversammlung den Bau eines Friedhofes neben der Kirche Wisen. Gleichzeitig wurde auch die Sakristei neu gebaut und mit dem Friedhof eingeweiht.

Nach wiederholtem Ersuchen bewilligte Bischof Eugenius endlich die Einrichtung einer eigenen Pfarrei in Wisen und die Einsetzung eines Pfarrers. Als Gründe wurden angegeben: der lange Weg von Wisen nach Ifenthal; wegen des grossen Seelsorgermangels könne sich die Gemeinde auch mit einem Vikar zufrieden geben; Schulbesuch und Christenlehre können ausgebaut werden: die Gemeinde habe eine Bevölkerung von mehr als 500 Personen und müsse überdies für die religiösen Bedürfnisse vieler Katholiken im angrenzenden Kanton Baselland sorgen; die Lage Wisens mitten unter einer protestantischen Bevölkerung könne ohne seelsorgerische Betreuung allerernste Übelstände mit sich bringen; vor allem die Jugend, sehr begabt, auber auch äusserst lebendig, benötige einen Pfarrer im Dorf, und schliesslich sei alles zur Errichtung einer Pfarrei vorhanden, und ein würdiger Geistlicher aus dem Kanton stehe zur Wahl als erster Pfarrer in Aussicht.

Im Jahre 1869 entschloss man sich zum Kaufe einer Turmuhr, damit für alle Dorfbewohner die genaue Zeit sichtbar sei. Um dem Kirchenchor einen eigenen Platz zu verschaffen, wurde zudem 1881 eine Empore in die Kirche eingebaut.

An der Kirchgemeindeversammlung im Jahre 1924 wurde beschlossen, einen neuen Kirchturm zu bauen. Zu dessen Finanzierung wurden Haussammlungen durchgeführt. Spenden in bar und Hand- und Fuhrwerkfrondienste konnten gezeichnet werden. Die Bürgergemeinde wurde um unentgeltliche Abgabe des nötigen Bauholzes angegangen. Am 6. Juni 1926 fand die Einweihung des Turmes statt. 1929 wurde dir Kirche mit elektrischem Licht versehen.

Fachleute und Experten bemängelten im Jahre 1951 den baulichen Zustand der Kirche und rieten, eine neue Kirche zu bauen. Von der bischöflichen Kanzlei erhielt der Pfarrer die Erlaubnis, in den Pfarreien der Diözese Bettelpredigten zu halten. Am 23. Dezember 1951 stimmte die Gemeindeversammlung einem Kirchenneubau zu, allerdings mit dem Vorbehalt, dass der Gemeinde höchstens Fr. 30'000 angelastet werden. Die Kirche wurde nun allerdings nicht abgerissen, sondern unter Denkmalschutz gestellt.

1981 wurde die Kirche Wisen einer Gesamtrenovation im Innen- und Aussenbereich unterzogen, sodass sie wieder in neuem Glanz erstrahlte und noch heute erstrahlt. Gleichzeitig wurde das „Kirchensäli“ angebaut, welches für verschiedene Kirchen- und andere Anlässe zur Verfügung steht.